Bye Bye Pille Teil 2

8. März 2021 | Hautwissen
Jeder Mensch ist anders. Während sich bei manchen Frauen das hormonelle Gleichgewicht rasch und ohne jegliches Zutun wieder einstellt, kämpfen andere Frauen jahrelang ohne Aussicht auf Besserung mit ihrem entgleisten Hormonstoffwechsel und unreiner Haut.
Dabei gibt es in der Naturheilkunde viele natürliche Substanzen, die eine ausgleichende Wirkung auf die Hormonlage haben oder die hormonproduzierenden Drüsen wieder anregen können.
Außerdem kannst du gezielt über deine Ernährung und deinen Lifestyle Einfluss nehmen. Was wir essen und wie wir leben, hat gravierende Auswirkungen auf unsere Haut und unsere Hormone. Falsche Ernährungsgewohnheiten, fehlende Auszeiten und Stress sowie überlastete Ausscheidungsorgane können verhindern, dass der Körper sein hormonelles Gleichgewicht wieder erlangt.


#Tipp 1 – Stress reduzieren

Stress fördert die Produktion von Androgenen im Körper und diese gilt es in Schach zu halten. Manche Frauen haben hohe Androgenspiegel, weil sie ständig gestresst sind. Wenn du hormonell wieder ins Lot kommen möchtest, ist dein Umgang mit Stress, neben einer hautgesunden Ernährung, die wichtigste Stellschraube. Dabei gibt es kein Patentrezept - ob (Hormon-)Yoga, Mediation, der Spaziergang mit dem Hund – nimm dir Zeit für dich und achte auf deine Bedürfnisse. Guter Schlaf fördert ebenfalls die Hormonbalance.



#Tipp 2 – Ernährung


Glykämischer Index
Lebensmittel die reich an Zucker und einfachen Kohlenhydraten sind (Gebäck, Nudeln, Brot aus Weißmehl, weißer Reis…), sorgen nach ihrem Verzehr nicht nur für einen steilen Anstieg des Blutzuckers, die Insulinausschüttung triggert auch die Androgenproduktion. Die Androgene wiederum aktivieren die Talgdrüsen und fördern das übermäßige Wachstum der Hautzellen. Fettige Haut und/oder verstopfte Poren sind die Folge.  Deshalb ist es wichtig auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, die zu einem Großteil aus Gemüse und frischen Lebensmitteln besteht. Besser als Weißmehlprodukten sind Vollkornprodukte, sie lassen den Blutzucker nicht so schnell ansteigen und liefern mehr Nährstoffe.

Ballaststoffe
Binden überschüssiges Testosteron und erhöhen die Ausscheidung über den Darm. Testosteron, das nicht auf diesem Weg ausgeschieden wird, wird im Darm rückresorbiert, recycelt und dem Hormonkreislauf wieder zugeführt. Neben einer ballaststoffreichen Ernährung kann man zusätzlich Flohsamenschalenpulver, Apfelpektin, Akazienfasern oder Baobabpulver zu sich nehmen. Sie binden auch Schadstoffe und füttern die guten Bakterien im Darm.

Milch
Lässt ebenfalls den Blutzucker ansteigen und enthält Wachstumshormone und Stoffe, die das Wachstum der Hautzellen, die Talgproduktion und die Entstehung von Entzündungen fördern. Fettarme Trinkmilch wirkt sich am ungünstigsten aus. Wird Milch fermentiert und zu Joghurt oder Käse verarbeitet, werden die Stoffe teilweise abgebaut. Je nach Empfindlichkeit ist es ratsam auf pflanzliche Milchalternativen oder Ziegen- und Schafsmilchprodukte umzusteigen.

Ölwechsel
Frauen, die überwiegend Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, haben niedrigere Androgenspiegel. Deshalb empfiehlt es sich, Omega-6-Fettsäuren (Sonnenblumenöl, Distelöl..) in der Ernährung zu vermeiden und lieber zu Rapsöl, Leinöl und Walnußöl greifen. Fetter Seefisch wie Lachs enthält ebenfalls die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Ein Handvoll Walnüsse, Cashews oder Pecannüssen sind ein wunderbarer Snack. Omega-3-Fettsäuren sorgen für eine bessere Talgverteilung und sind überdies entzündungshemmend.

Lignane 
sind Phythormone, die in Leinsamen, Haferkleien, Kürbiskernen, Sesam, Sonnenblumen- und Walnusskernen, Mandeln und Beerenfrüchten enthalten sind. Sie haben einen ausbalancierenden Effekt auf den Hormonhaushalt, indem sie sowohl einen Hormonmangel als auch einen Hormonüberschuss ausgleichen. Außerdem wirken sie antioxidativ und zellschützend.

Im Bereich ganzheitlich schön findest du eine Anleitung für eine Basenkur plus Rezepte für 7 Tage. Sie ist der perfekte Einstieg für eine Ernährungsumstellung.



#Tipp 3 Nährstoffdefizite ausgleichen

Die Pille ist ein Nährstoffräuber. Wird die Pille über einen längeren Zeitraum eingenommen, fehlen dem Körper wichtige Vitalstoffe, die u.a. wichtig sind für die Hormonproduktion.
Zinkmangel geht mit einem höheren Androgenspiegel und Akne einher. Gerade bei tiefen Unterlagerungen kann Zink sehr hilfreich sein, da es wundheilungsfördernd ist.

Magnesium ist neben Zink ein wichtiger Schlüsselstoff zu einer reineren Haut. Magnesium ist einer der stärksten Entzündungshemmer, reguliert den Blutzuckerspiegel und Cortisol für eine bessere Stresstoleranz und balanciert die Hormone.

B-Vitamine und Folsäure sind entscheidend für die effiziente Entgiftung unerwünschter Chemikalien wie Schwermetalle, Histamine und bakterielle Toxine. Sie regulieren die Neurotransmitter und sind wichtig für eine gesunde Nervenfunktion.

Für die hormonelle Balance spielt v.a. Vitamin B 6 eine große Rolle. Es ist an der Entgiftung überflüssiger Hormone beteiligt und wichtig für die Leberfunktion, in dem es den Fluss von Gallenflüssigkeit fördert.
Fehlen Vitamin B 6 und Zink, wird nicht ausreichend Magensäure gebildet, was häufig die Entstehungsursache von Fehlbesiedelungen der Darmflora und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist.
Vitamin C wirkt ausgleichend auf das Stresshormon Cortisol und erhöht auf natürlichem Weg den Progesteronspiegel. Es unterstützt die Nebennieren bei Stressbelastungen und mindert oxidativen Stress und Entzündungsgeschehen im Körper.

Eine gesunde Ernährung bildet die Grundlage für eine gute Nährstoffversorgung. Grüne Smoothies und Gemüse sind sehr mineralienreich. Gerstengrassaft, Moringa und Spirulinaalgen, die als Pulver erhältlich sind, sind regelrechte Mineralienbomben. Kiwis, Johannisbeeren und Sanddorn enthalten viel Vitamin C. Hirse, Quinoa und Hafer sind gute B-Vitaminquellen. Bei einem gesteigerten Bedarf kann auch die Einnahme von qualitativ guten Nahrungsergänzungsmitteln hilfreich sein, um Defizite schnell zu beseitigen und Mängel aufzufüllen. Ich persönlich nehme gerne die Multipräparate von eifelsan (z.B. Multi Gluco Basis) oder von Sunday naturals.



#Tipp 4 Leber & Darm die wichtigsten Stellschrauben für die Hormonbalance

Unsere Leber wandelt giftige Substanzen um, produziert Gallenflüssigkeit und baut überflüssige Hormone ab. Ist unsere Leber nicht fit, verbleibt freies Testosteron im Körper. Die Folge davon sind Zyklusstörungen, Akne und PMS. Die Leber ist das zentrale Organ zur Hormonregulation. Ist die Leber überlastet (zu fettes Essen, Alkohol, Pillen- oder Medikamenteneinnahme, Stress, Emotionen wie Wut…), blockiert das die Entgiftung, mindert die Verdauung und zieht das den Darm in Mitleidenschaft. Bitterstoffe wie Löwenzahn, Mariendistel, Artischocke tun der Leber gut und unterstützen sie in ihrer Arbeit.
Eine gesunde Darmflora sorgt dafür, dass unsere Hormone gut ausbalanciert sind. Eine gesunde Bakterienflora in unserem Darm wirkt lindernd auf eine überaktive Schilddrüse, bremst Stresshormone und sorgt für ein gesundes Verhältnis zwischen Östrogen, Testosteron und Progesteron.
Eine leistungsfähige Leber und ein gesundes Darmmilieu sind die Basis des hormonellen Gelichgewichts. Drück den Resetknopf und mache nach dem Absetzen der Pille eine Darmsanierung (z.B. die Darmreset Kur im Shop), unterstütze deine Leber mit bitteren Kräutern, Kurkuma und gönne ihr ab und an einen Leberwickel. Viele weitere Infos zu diesem Thema findest du in der clean skin challenge.



#Tipp 5 Adaptogene - Helfer aus der Apotheke der Natur

Adaptogene sind Pflanzenstoffe, die aufgrund ihres breiten Wirkspektrums eine ausgleichende Wirkung im Organismus entfalten können. Adaptogene, die gut geeignet sind bei hormonell bedingt unreiner Haut:
Tulsi
Das indische Basilikum gleicht die Stressachse, reguliert den Cortisol-Level und stabilisiert den Hormonhaushalt. In ihrem Herkunftsland gilt Tulsi als Hausmittel bei Akne und wird vor allem abends vor dem Schlafengehen getrunken. Tulsi wird bei (stressbedingter) Akne sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet.

Reishi Pilz
Der Vitalpilz ist entzündungssenkend, blutreinigend und hat einen starken Organbezug zur Leber. Außerdem hemmt er die Wirkung von Testosteron auf die Haut und ist ein natürliches Antihistaminikum. Darüber hinaus fördert der Reishi Pilz einen guten Schlaf, beruhigt den Geist, leitet lt. TCM Hitze aus und hilft beim Entspannen. Leberbedingte Unreinheiten finden sich v.a. auf der Stirn, zwischen den Augenbrauen und seitlich neben den Augen.

Spearmint Tea (krause Minze)
Einer Studie zufolge, die im Jahr 2015 an der American Academy of Dermatology durchgeführt wurde, bemerkten 25% der Teilnehmer, die über einen Zeitraum von Monaten täglich zwei Tassen Pfefferminztee (krause Minze oder marokkanische Minze) getrunken hatten, eine deutliche Verbesserung ihrer Akne. Pfefferminze fördert die Durchblutung, reinigt die Haut von innen und reduziert Testosteron im Körper. Hohe Androgenspiegel zeigen sich auch an Unreinheiten auf den Schultern und am Rücken sowie an fettigen Haaransätzen.

Frauenmantel
Ist eine vielseitige Heilpflanze mit entzündungslindernden Eigenschaften und harmonisiert den Hormonhaushalt. Frauenmantel wird als Tinktur oder Tee angewendet. Gemischt mit krauser Minze und Himbeerblättern erhält man einen wohlschmeckenden Tee, der sich wunderbar ausgleichend auf die Hormonbalance auswirkt.

Yams
Unter Pilleneinnahme sinkt der Progesteronspiegel. Ein Progesteronmangel kann sich durch Zyklusbeschwerden, Akneausbrüche um die Zyklusmitte, Migräne und schmerzende Brüste bemerkbar machen. In den Wäldern Mittelamerikas wird traditionell die Yamswurzel bei Progesteronmangel und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Die Wurzel enthält Diosgenin, das vom Körper in Progesteron umgewandelt wird. Vorausgesetzung dafür: die Leber ist fit.

Gute Erfahrungen habe ich mit den Yamskapseln von lebe natur und dem Yamsgel von vitabay gemacht.

Wenn du dir unsicher bist, welches Mittel für dich am besten geeignet ist, dann empfehle ich dir einen spezialisierten Heilpraktiker oder einen Arzt mit einer naturheilkundlichen Zusatzausbildung zu Rate zu ziehen.  Adressen von Therapeuten erhält man z.B. bei der Hormonselbsthilfe Erlangen.


Fazit: Du siehst – du bist deinem Hautproblem nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt vieles was du selbst zur Heilung deiner Haut und deiner Hormone beitragen kannst. Dieser Weg ist vielleicht nicht so kurz und bequem, als Symptome zu unterdrücken. Aber er ist der nachhaltigere Weg, der dir langfristig mehr Wohlbefinden bringt.

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